Perspektiven

KI-Adoption ist keine KI-Frage

Analyse | Warum KI-Einführungen an denselben Mustern scheitern wie Cloud und Mobile

Vor 15 Jahren habe ich erlebt, wie Unternehmen Cloud-Lösungen eingeführt haben. Vor 10 Jahren war es Mobile. Vor 5 Jahren Collaboration-Tools. Jedes Mal dasselbe Muster: Man kauft die Technologie, implementiert sie technisch einwandfrei, schult die Mitarbeiter — und dann passiert nichts.

Jetzt erlebe ich dasselbe mit KI. Unternehmen kaufen Lizenzen für KI-Tools, richten sie technisch ein, verschicken Ankündigungen — und wundern sich, warum niemand die Tools wirklich nutzt.

Die unbequeme Wahrheit: KI-Adoption ist kein KI-Problem. Es ist ein Adoptionsproblem.

Die Technologie ist nicht der Engpass. Der Engpass sind die gleichen drei Dinge, die schon bei Cloud, Mobile und Collaboration gescheitert sind:

  1. Die Tools passen nicht in den bestehenden Workflow. (Niemand will einen extra Schritt einbauen.)
  2. Es gibt keinen klaren Use Case, der einen echten Schmerz löst. („KI ist cool“ ist kein Use Case.)
  3. Es gibt keine Struktur, die Adoption in der Organisation verankert. (Newsletter und Townhalls reichen nicht.)

Der Unterschied zwischen erfolgreichen und gescheiterten KI-Projekten liegt nicht in der KI. Er liegt darin, ob jemand die Adoptionsfrage ernst nimmt — bevor die Lizenzen gekauft werden.

Haben Sie in Ihrem Unternehmen KI-Tools eingeführt — und stellen fest, dass die Nutzung enttäuschend ist? Woran liegt es?

Vertiefung: Die Muster wiederholen sich bei jeder neuen Technologiewelle: Fehlt die Integration in bestehende Workflows, ein konkreter Use Case und eine verankerte Adoptionsstruktur, bleibt selbst die beste Technologie ungenutzt. Wer KI-Einführung wie ein Change-Programm behandelt statt wie einen IT-Rollout, vermeidet genau diesen Leerlauf. Wenn Sie diese Herausforderung aus Ihrem eigenen Haus kennen, lesen Sie mehr zu Strategische Technologie-Adoption (Cloud, M365, KI).

Über den Autor

Rainer Hiller ist freiberuflicher Interim Manager und Berater für Programmsteuerung, IT-Transformation und Governance. Über 25 Jahre Erfahrung in komplexen Transformationsprogrammen.