Analyse | Die psychologischen Barrieren hinter ausbleibenden Entscheidungen
Es gibt ein Phänomen, das ich in fast jedem Transformationsprogramm sehe: Organisationen wissen genau, was sie tun müssten. Und tun es trotzdem nicht.
Nicht aus Unwissenheit. Nicht aus mangelnder Kompetenz. Sondern weil die psychologische Kosten-Nutzen-Rechnung gegen das Handeln spricht.
Ein Konzern weiß seit drei Jahren, dass seine Legacy-Infrastruktur abgelöst werden muss. Die Kosten sind bekannt. Die technische Machbarkeit ist geklärt. Die Business-Case-Rechnung ist eindeutig. Und trotzdem passiert nichts.
Warum? Weil die Entscheidung, die Ablösung zu starten, drei Dinge sichtbar macht:
Nichts tun ist persönlich sicherer als handeln. Das ist der Grund, warum viele Programme scheitern, bevor sie überhaupt beginnen.
Der Hebel: Verantwortung nicht individualisieren, sondern institutionalisieren. Entscheidungen zu Teamleistungen machen, nicht zu persönlichen Risiken.
Welche Entscheidung liegt in Ihrem Unternehmen gerade auf dem Tisch — obwohl alle wissen, dass sie längst getroffen sein sollte?