Lektion aus 25 Jahren | Was wirklich zählt nach dem Go-live
Das Projekt wird als Erfolg gefeiert. Der Go-live läuft reibungslos. Die Technik funktioniert. Der Lenkungskreis applaudiert. Sechs Monate später: Die Linie arbeitet noch immer mit den alten Prozessen.
Was ist passiert? Man hat den falschen Erfolg gemessen.
Projekterfolg ist: Das System ist live. Die Tests sind bestanden. Das Budget ist eingehalten.
Linienerfolg ist: Die Menschen nutzen das System. Die Prozesse haben sich verändert. Die Effizienzgewinne sind messbar.
Bei EDEKA haben wir nicht gemessen: „Ist das System ausgerollt?“ Wir haben gemessen: „Wie viele Mitarbeiter nutzen das System aktiv — und wie hat sich die Produktivität verändert?“ Die Antwort: nach der Eingewöhnungsphase 15 % Produktivitätssteigerung.
Bei der Deutschen Bahn: nicht „Haben wir den Rollout abgeschlossen?“, sondern „Wie hoch ist die Akzeptanz?“. Ergebnis: 30 % höhere Zufriedenheit mit den Change-Maßnahmen und zweistellige Millioneneinsparungen durch frühere Ablösung der Legacy-Lizenzen.
Meine Regel: Linienerfolg definiere ich, bevor das Programm startet. Und ich messe ihn drei, sechs und zwölf Monate nach dem Go-live.
Was messen Sie in Ihren Programmen — Projekterfolg oder Linienerfolg?